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Sebald-Weg: Erinnerungen an den Schriftsteller

Winfried Georg Sebald wurde am 18. Mai 1944 in Wertach als zweites Kind von Georg und Rosa Sebald geboren. Sein Großvater Josef Egelhofer, der mehrmals in seinem Werk erscheint, war während dieser Zeit 20 Jahre Polizeikommissar in Wertach.

Bis zu seinem 9. Lebensjahr wohnte die Familie Sebald bei Ulrich Seefelder und später über der Gaststätte von Pepi Steinlehner in Wertach. Nach dem Umzug nach Sonthofen besuchte er die Gymnasien in Immenstadt und Oberstdorf. Mit seinem Werk "Schwindel.Gefühle" wurde er als Schriftsteller bekannt. In der Erzählung "Il ritorno in Patria" verarbeitet Sebald Bruchstücke seiner Erinnerung an die Kindheit in Wertach. Zur Erinnerung an den Schriftsteller wurde der Weg von Oberjoch über Unterjoch - die Sorgalpen bis zum Geburtshaus als "Sebald-Weg" bezeichnet und von der Gemeinde Wertach gestaltet. Dieses Wegstück ist in der Erzählung "Il ritorno in Patria" genau beschrieben.

Auf 6 Stelen sind Textstücke aus dem Werk zu lesen, die sich genau auf den jeweiligen topographischen Punkt beziehen und damit sozusagen am "Originalschauplatz" stehen. Alljährlich besuchen nationale und internationale Literaturwissenschaftler, Studenten und Leser aus ganz Europa, den USA, Japan und vielen weiteren Ländern die Region, um Spuren W.G. Sebalds zu finden. Die Wertacher Bücherei bietet zahlreiche Werke, in mittlerweile über 20 Sprachen, zum Ausleihen an. Diese sind zum Teil von Ute Sebald aus dem Nachlass ihres Mannes oder von den jeweiligen Übersetzern unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden.

Der Literat W.G. Sebald hat nach seinem Abitur das Allgäu verlassen. Er wurde zu einem der international renommiertesten deutschen Autoren. Jahrzehntelang lehrte er an der englischen Universität in Norwich Literaturwissenschaften. Schon während seiner Schulzeit fiel er durch seine eigenständige Persönlichkeit und sein intellektuelles Interesse auf. Seine letzten großen Romane sind "Luftkrieg und Literatur" und "Austerlitz". Weitere Werke waren schon in Arbeit und wurden von der internationalen Kritik mit großem Interesse erwartet. In den USA sah man in ihm sogar einen potentiellen Nobelpreisträger.

Am 14.12.2001 kam W. G. Sebald durch einen tragischen Autounfall ums Leben. "Ein furchtbarer Schlag für die europäische Literatur" kommentierte der Observer aus London. "Es ist nicht zu fassen, wen und was wir verloren haben", schrieb die Süddeutsche Zeitung.

Folgende Ehrungen wurden dem Schriftsteller zuteil:

1991: Berliner Literatur - Preis / Borowski-Medaille

1994: Fedor-Malchow-Preis Preis der Literatur - Nord

1997: Mörike-Preis/Wingate-Price for Fiktion/Heinrich-Böll-Preis

2000: Heine-Preis/Josef-Breitbach-Preis

2001: Bremer-Literatur-Preis/Posthume Verleihung am 28.01.2002/New York
Times "Book Review" W.G. Sebald: "Austerlitz" zum Buch des Jahres
gewählt.

Wegbeschreibung (in der Regel von Mai bis Oktober begehbar - NICHT bei Schnee):

Der Weg hat eine Gesamtlänge von ca. 12 km. Der Startpunkt liegt auf etwa 1200 Metern an der ehemaligen Grenzstation, das Ziel in Wertach ist das Geburtshaus W.G. Sebalds auf 915 Metern. Der Weg selbst ist leicht zu begehen (nicht bei Schnee!). Wir empfehlen mit dem öffentlichen Bus von Wertach nach Oberjoch zu fahren (30 Minuten) und die ca. 2 km zu Fuß zum Einstieg des Weges am alten Zollhaus zu gehen. Bus Fahrpläne erhalten Sie kostenlos in der Tourist-Info in Wertach.

Direkt bei der ehemaligen Grenzstation beginnt der Weg mit dem wildromantischen Alpsteigtobel, in dem sich die ersten beiden Stelen befinden. Die dritte folgt an der kunstvoll renovierten Krummenbacher Kapelle. Weiter geht es in Unterjoch zwischen Gasthof Krone und dem Fluss Wertach in Richtung Jungholz. Kurz vor der Vorderen Sorgalpe I folgt Stele Nr. 4. Von den Sorg-Alpen (ca. Mai - Oktober bewirtschaftet) ist es nur ein kurzer Weg zum Alpenhotel Pfeiffermühle (kein Ruhetag) mit Einkehrmöglichkeit. Danach geht es beim Campingplatz Jungholz ca. 1 km auf der Haupstraße Richtung „B 310" zur Stele im „Engen Plätt“ beim Parkplatz.

Auf dem Wanderweg entlang der Bundesstraße B 310 am Sägewerk Willer vorbei nach Wertach, wo sich die letzte der sechs Stelen an der Brücke in der Alpenstraße befindet. An der Kreuzung Alpenstr./ Grüntenseestr. (gegenüber VR Bank) dann links und nach ca. 100 m rechts vor der Bäckerei Mayr haben Sie das Geburtshaus von W. G. Sebald in der Grüntenseestr. Nr. 3 erreicht, wo auch eine Gedenktafel angebracht ist.

Bitte fordern Sie den Prospekt "Unterwegs auf Wertach's Pfaden" an. Hier finden Sie Informationen und Wegbeschreibung des Sebald Wegs.

Kontakt

Tourist-Info Wertach
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Tel. +49 8365 702199
Fax +49 8365 702121

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