Das Wertacher Wappen

Wer sich heute den grünen Schild des Wertacher Wappens ansieht, denkt wohl in den wenigsten Fällen daran, dass es ebenfalls ein Grün war, das dem Ort Wertach seinen Namen gegeben hat. Dies zumindest meinen Ortsnamenforscher, die den Flussnamen vom lateinischen „aqua viridus“ ableiten, was soviel wie grünes Wasser bedeutet. Wenn wir den Zusammenhang mit dem französischen „vert“ (grün) nicht verleugnen wollen, so könnte dann tatsächlich der grüne Fluss dem Ort den Namen gegeben haben. Im Wappen von Wertach ist der Fluss nicht grün, sondern silbern ins grüne Feld gesetzt. Dabei treibt er drei Mühlräder an, die die Obere-, die Untere- und die Reutemühle darstellen sollen.
Die erste Mühle in Wertach wurde übrigens schon im Jahre 1412 erwähnt. Der Vater von Johannes und Thomas Mayer soll sie gekauft haben und sie soll damals schon so alt gewesen sein, dass „das niemand verdenckt“. 1451 wird dann sogar noch ein Acker „ze der alten Mülin“ genannt, bevor wir dann auch 1613 von der Oberen- und Unteren Mühle erfahren. Heute sind nur noch Teile der Oberen Mühle erhalten.
Zu dieser Zeit nannte sich Wertach schon Markt, doch war kein altes Wappen vorhanden. Erst 1872 hat der Gemeindeausschuß um die Verleihung eines Wappens gebeten, doch wurde die darauf vorgesehene Blumenbekränzung vom Reichsheroldsamt abgelehnt. Der Entwurf mit den Mühlrädern aber wurde genehmigt und von König Ludwig II am 31.8.1872 auf Schloß Berg gebilligt. Am gleichen Tag wurde übrigens das Hindelanger Wappen verliehen.
Somit hatte dann Wertach, rund 450 Jahre nach der Markterhebung im Jahre 1423, auch ein eigenes Wappen. Das Marktrecht wird heute noch am 1. Mai und am Viehscheid (meist 18. September) ausgeübt. Hierbei findet jeweils ein Krämermarkt mit ca. 130 Ständen statt.
Quellenverzeichnis: Auszüge von Jochen König
















