Die Alpenrosenblüte am Wertacher Horn
Ab ca. Juni bis Anfang Juli ist es wieder soweit, daß unsere Landschaft, Wiesen und Wälder, Berge und Täler ihr grünes, bunt mit Blumen besetztes Frühlingskleid überziehen werden. Es gibt in Wertachs Umgebung noch Bereiche, wo die Natur sich auch heute noch fast ungehindert entfalten kann, zu unserer aller Freude. Vor allem auf unsere Gäste, die meist aus landschaftlich verarmten Gegenden kommen, übt die Ursprünglichkeit der Natur, die sie hier erleben können, eine große Anziehung aus. Ein besonderes Erlebnis ist dabei die Alpenrosenblüte auf dem Wertacher Horn. Wegen ihr ist dieser Berg besonders berühmt und lockt viele Besucher an, sich an der rotglühenden Pracht zu erfreuen. Gleichzeitig bringt der Besucherstrom aber Gefahren für den Fortbestand dieser Schönheit mit sich. Denn auch schon bei der Mitnahme eines kleinen Souvenirs in Form eines abgerissenen Alpenrosenzweiges oder gar eines ausgegrabenen Wurzelstockes droht bei der Vielzahl der Besucher ein Aussterben der Alpenrosen auf unserem Hausberg.

Der Zweig verwelkt bald und der Versuch Alpenrosen aus dem Gebirge im Hausgarten, weitab von den Bergen anzupflanzen, mißlingt, da bestimmte Umgebungsbedingungen, auf die die Alpenrosen angewiesen sind und an die sich sich angepaßt haben, fehlen. Die beste Erinnerung hat ein jeder dann, wenn ihn das Gesamterlebnis alpenrosenüberzogener, leuchtender Berghänge unter einem strahlendem Frühsommerhimmel auf ihn wirkt und er es zusammen mit der Hochstimmung, in die er versetzt wird, in seinem Herzen bewahrt und mit nach Hause nimmt. Ein Foto dieser Pracht, ob von einer einzelnen Blüte oder ein ganzes Panorama wird dabei besser unterstützen als ein abgerissener Zweig, der verwelkt und im Müll landet.
Text von Dr. Peter Dippel, Bergwachtarzt
















