Wertacher Viehscheid
(Alpabtrieb)

Bilder vom Viehscheid 2008
Bilder vom Viehscheid 2007
Bilder vom Viehscheid 2006
Alljährlich am 18. September (fällt dieser auf einen Sonntag, dann einen Tag später) findet der "Wertacher Viehscheid", der in anderen Gegenden auch Almabtrieb genannt wird, statt. Er gilt als einer der ältesten Viehscheide. Seit jeher verbindet sich mit ihm auch ein großer Krämermarkt.
Für die Wertacher selbst war der Viehscheid schon immer ein Festtag. Wenn das Vieh gut geälpt und wohlbehalten wieder in die heimatlichen Ställe zuückgekehrt war, traf man sich mit den Alphirten beim Bier. Meist klang der Viehscheid dann mit einem Heimatabend aus.
Nachdem die Besucherzahlen zum Wertacher Viehscheid jährlich zunahmen, wurde im Jahr 1973 erstmals ein großes Festzelt für dieses Ereignis aufgestellt. Seither wird mit dem Viehscheid gleichzeitig ein Herbstfest verbunden. Schon vor dem 18. September werden jeweils im Festzelt große Unterhaltungsabende veranstaltet. Den Festzeltwirten ist es bisher immer gelungen, gute Musikkapellen mit bekannten und beliebten Künstlern dort auftreten zu lassen.
Das Wertacher Herbstfest mit Viehscheid trägt dazu bei, dass Wertach alljährlich Mitte September noch einen großen Gästezustrom zu verzeichnen hat, so dass die Gästebetten oftmals knapp werden.

Höhepunkt ist und bleibt natürlich der Viehscheidtag selbst.
Unzählige Scharen von Schaulustigen säumen in aller Frühe Wertachs Straßen, um den "Alpabtrieb" mitzuerleben.
Ab ca. 9 bis 11.30 Uhr treffen die Herden in nachstehender Reihenfolge auf dem Scheidplatz beim Festzelt ein:
6 Wertacher Alpen
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ca. 9:10 Uhr: Alpe "Sorg I" mit 90 Tieren
ca. 9:30 Uhr: Untere Reuterwannen - Alpe mit 120 Tieren
ca. 10:00 Uhr: Alpe Sorg II mit 90 Tieren
ca. 10:30 Uhr: Alpe "Vordere Kölle" mit 90 Tieren
ca. 11:00 Uhr: "Schnitzlertal - Alpe" mit 240 Tieren
ca. 11:30 Uhr: "Untere Bichleralpe" mit 89 Tieren
Es werden insgesamt ca. 719 Rinder und Kälber erwartet. Wenn der Alphirte die ihm anvertrauten Tiere gut durch den Bergsommer gebracht hat und kein Tier (z.B. durch Absturz, Steinschlag oder Blitzschlag) verloren ging, wird er mit einem Kranzstück geschmückt ins Tal ziehen.
In früheren Jahren, als es noch vielfach "Melkalpen" gab, durfte die beste Milchkuh den Alpenkranz tragen. Heute sind die Alpen, mit Ausnahme der Vorderen Kölle-Alp, nur noch mit Jungvieh bestückt. Der Hirt sucht nun meist das schönste Tier für den Alpkranz aus. Für den Landwirt, dem das Kranztier gehört, bedeutet dies eine große Auszeichnung. Er wird sich mit einem entsprechend hohen Trinkgeld dafür beim Alphirten erkenntlich zeigen. Die Kosten für den Alpkranz belaufen sich auf etwa 75 Euro . Früher wurde er vom Alphirten oder dessen Frau mit viel Mühe und Kunstsinn selbst angefertigt. Heute wird er meist von der Alpgenossenschaft bei speziellen "Alpkranzerinnen" in Auftrag gegeben.
Faszinierend ist beim Eintreffen des Alpviehs vor allem auch das volle, schöne Geläut. Man hört es schon von weitem. Jedes Tier trägt eine Schelle, das Kranztier manchmal auch noch eine Glocke. Jeder Alphirt setzt seinen ganzen Ehrgeiz ein, um zum Viehscheid möglichst viele Tiere mit ansprechenden, zum Teil wertvollen Schellen auszustatten. Eine schöne Schelle kostet derzeit ca. 200 Euro. Fast jeder Hirte ist selbst stolzer Besitzer solcher Prachtexemplare. Zum Viehscheid werden aber Schellen von überallher ausgeliehen, da der eigene Bestand für die vielen Tiere bei weitem nicht ausreicht.
Tausende sind schon nach Wertach gekommen, um den "Viehscheid" zu erleben und waren davon begeistert. Man muss ganz einfach einmal dabei gewesen sein beim Wertacher Viehscheid!
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